Wienerbeger GmbH
Erlus AG
Dachziegelwagen Braas
Creaton GmbH

Dachziegel

Die Entscheidung für ein vollkeramisches Dach trifft man in der Regel nur einmal im Leben. Durch die Vielfalt der Farben, der kreativen Formen der Dachziegel und das umfangreiche Zubehör-Programm wird eine individuelle Gestaltung ermöglicht. Für die Herstellung der Dachziegelmodelle und Formteile werden natürliche Ton-Rohstoffe aus heimischen Abbaugebieten in Deutschland verwendet. Dachziegel sind reine Naturprodukte und aufgrund der Qualität aller verwendeten Materialien besonders langlebig und widerstandsfähig gegen Umwelteinflüsse. 

 

Dachziegelarten und Bezeichnungen


Strangdachziegel (Formgebung durch Strangpresse)

ohne Falz

  • Biberschwanzdachziegel
  • Hohlpfanne

mit Falz (im seitlichen Überdeckungsbereich)

  • Strangfalzziegel u.ä.

Pressdachziegel (Formgebung durch Strangpresse)

ohne Falz

  • Mönch und Nonne-Dachziegel
  • Krempziegel

mit Falz (im Überdeckungsbereich: Kopf- und Seitenverfalzung)

  • Falzziegel (Doppelmuldenfalzziegel, Reformpfanne u. ä.)
  • Flachdachziegel
  • Verschiebeziegel
  • Großflächenziegel
© Erlus, Jacobi-Walther, Wienerberger
© Erlus, Jacobi-Walther, Wienerberger
Begrifflichkeiten bei Falzziegeln
Begrifflichkeiten bei Falzziegeln
Falzziegel Begriffe II

Farbgestaltung bei Dachziegeln

Über Farbe zu sprechen, fällt schon deshalb schwer, weil jeder Mensch über eine individuelle Farbwahrnehmung verfügt. Darüber hinaus sind sogenannte Farbwahrnehmungsstörungen relativ weit verbreitet. Die farbherstellende und auf Farbe angewiesene Industrie und die Anwender entsprechender Produkte behelfen sich mit Farbcodierungen. Farbtöne werden hierbei mit Nummern oder Chiffren belegt. Die RAL-Farbmusterkarte ist das wohl bekannteste Farbmustersystem in Deutschland.

In der Keramik und vor allem beim Dachziegel sind Farbkennungssysteme nur als Grundorientierung anwendbar. Dies unterscheidet den Dachziegel von Beton-, Blech- und Kunststoffpfannen, die mit monochromen Kunststoffüberzügen versehen werden.

Die Regeln für Dachdeckungen mit Dachziegeln/Dachsteinen des Zentralverbandes des Deutschen Dachdeckerhandwerks führen unter „Farbe und Oberfläche“ aus: „Eine gleichbleibende und gleichmäßige Farbgestaltung, z. B. analog zur RAL-Farbkarte, ist naturgemäß nicht möglich. Wird eine weitgehend gleichmäßige Farbgestaltung gewünscht, so kann dies durch besondere Maßnahmen, z. B. der Entnahme aus einer Charge oder die Mischung aus den Paletten einer Charge, erfolgen.“
 

Möglichkeiten zur Farbgestaltung

In der Farbgestaltung werden fünf Grundarten unterschieden:

  • naturfarbene,
  • durchgehend gefärbte,
  • engobierte,
  • glasierte,
  • gedämpfte Dachziegel.

 

Farbauswahl CREATON
© Creaton GmbH

Naturrot

Die Farbe „Naturrot“ verdankt der Ziegel seinen jeweiligen Metallanteilen:

- Eisenhydroxide brennen zu kräftig rotem Eisenoxid,
-
ein hoher Mangananteil bewirkt eine dunkelbraune Färbung,
-
ein geringer Eisenanteil oder auch höhere Kalkanteile ergeben eine hellgelbe Ziegelfarbe.

Durchgefärbte Dachziegel

Durchgefärbte Dachziegel werden durch Beimischen von Metalloxiden oder Mineralen in die Ausgangsmassen hergestellt. Die Beigabe von Manganit erzeugt eine dunkelbraune, die von Magnesit eine hellrote Färbung. Für die durchgefärbten Dachziegel gelten die gleichen Aussagen im Hinblick auf die Faktoren, die zusätzlich auf die Farbwirkung Einfluss nehmen, wie bei „naturroten“ Dachziegeln. 
 

Engobe

Unter Engobe versteht man einen matten, nicht glasurartigen Überzug, der vor dem Brennen durch Tauchen oder Spritzen aufgetragen wird. Er hat den Zweck, die Oberflächenfarbe des Ziegels zu verändern, um eine gleichfarbige Gesamtwirkung der Dachfläche zu erzielen. Die sonstigen Eigenschaften des Dachziegels werden weder verbessert noch verschlechtert. Die Engobe besteht aus einer Tonschlämme, der entsprechend der gewünschten Farbe Minerale oder Metalloxide beigemischt sind. Durch besondere Spritztechniken werden sogenannte „Fleckengoben“ aufgebracht, die dem Ziegel eine patinierte Wirkung verleihen. Man verspricht sich hierdurch eine bessere Integration von neuen Dacheindeckungen in den städtebaulichen Gesamtzusammenhang.
 

terra sigillata

Ebenfalls eine Engobe ist die terra sigillata, ein glänzender, fast glasurartiger Überzug aus leicht schmelzbarem Ton. Während des Brandes beginnt die Engobe zu sintern und verdichtet sich zu glasartigen Tropfen. Da sich keine abschließende Glasschicht bildet, wird diese Oberflächenschicht nicht zu den Glasuren gerechnet. Einige als „Glanzengoben“ bezeichnete Überzüge nähern sich an die Charakteristika der Oberflächenwirkung der terra sigillata an.
 

Glasuren

Glasuren sind harte, glasartige, eingefärbte Überzüge, die die Oberfläche des Ziegelscherbens abdichten. Mit ihnen läßt sich in besonderer Weise die Oberflächenfarbe des Dachziegels verändern. Im Gegensatz zu den anderen Gestaltungsmöglichkeiten spielt der Lichtreflex eine zusätzliche Rolle. Die Glasuren enthalten in der Grundmasse Quarz, Kalk, Dolomit, Soda, Pottasche, Feldspat und Borax. Tongebende Pigmente sind Oxide des Vanadiums, Chroms, Mangans, Eisens, Kobalts, Nickels und Kupfers. Die Glasurmasse wird bei Temperaturen bis etwa 1600° Celsius gebrannt und anschließend zu feinem Pulver zermahlen. Mit Wasser versetzt, entsteht ein Glasurschlicker, mit dem die Oberflächen der getrockneten Ziegelformlinge vor dem Brand besprüht werden. Die Glasur wird gleichzeitig mit dem Dachziegel gebrannt.
 

Gedämpfte Dachziegel

Gedämpfte Dachziegel stellt man durch Reduktion der Sauerstoffanteile des Eisenoxids her. Nach beendetem Garbrand wird z. B. Öl in die Brennkammer gegeben, das seiner Umgebung durch Verbrennen den Sauerstoff entzieht. Da gleichzeitig der Brennofen gegen Frischluftzufuhr abgedichtet ist, wird das im Ton befindliche Eisenoxid zu Eisenoxidul reduziert. Man erreicht so eine, dem Dachschiefer ähnliche, überwiegend graublaue Färbung des Scherbens. Für die „gedämpften Dachziegel“ gelten die gleichen Aussagen im Hinblick auf zusätzliche Einflussfaktoren auf die Farbwirkung analog zum „naturroten Dachziegel“. Bei älteren Dächern stellt sich eine Verstumpfung der Oberfläche ein, einhergehend mit einer leichten Gesamtaufhellung. In etwa wird der Patinierungseffekt des bergischen Naturschiefers erreicht, der im Alter auch eine silbrig-stumpfe Oberfläche erlangt.

Qualität und Güteüberwachung

 

Der Qualitätsanspruch an deutsche Dachziegel ist enorm:

  • seit Jahrtausenden bewährt und aktuell für die Zukunft,
  • ein natürlicher Baustoff, umweltschonend hergestellt,
  • streng qualitätsgeprüft durch Eigen- und Fremdüberwachung,
  • resistent gegen Umwelteinflüsse,
  • wirtschaftlich und dauerhaft,
  • individuell durch Farb- und Formenvielfalt,
  • wiederverwendungsfähig und recyclebar.

Voraussetzungen für die Dauerhaftigkeit eines Ziegeldaches sind daneben:

  • eine sachgerechte Planung,
  • eine regelgerechte Ausführung durch einen Fachbetrieb sowie
  • eine verantwortungsbewusste Instandhaltung.
     

Generelle Anforderungen an Dachziegel

In Deutschland hergestellte Dachziegel müssen der Europäischen Produktnorm DIN EN 1304 „Dachziegel und Formziegel“ (Juli 2005) entsprechen und nach den Fachregeln des deutschen Dachdeckerhandwerks*) und unter Beachtung der Herstellervorschriften eingedeckt werden. Auf diesen Grundlagen hergestellte Ziegeldächer gelten als regensicher.

In Deutschland hergestellte Dachziegel müssen der Europäischen Produktnorm DIN EN 1304 „Dachziegel und Formziegel“ Juli 2005, entsprechen und nach den Fachregeln des deutschen Dachdeckerhandwerks*) und unter Beachtung der Herstellervorschriften eingedeckt werden. Auf diesen Grundlagen hergestellte Ziegeldächer gelten als regensicher.

DIN EN 1304 legt folgende Produktanforderungen fest:

  • Frostwiderstandsfähigkeit
  • Wasserundurchlässigkeit
  • Biegetragfähigkeit
  • Geometrische Kennwerte
  • Struktureigenschaften
  • Abgabe gefährlicher Substanzen
  • Brandverhalten

Außerdem enthalten sind Vorgaben für:

  • Werkseigene Produktionskontrolle
  • Übereinstimmungsnachweis und
  • Rückverfolgbarkeit der Produkte

Die Übereinstimmung mit wesentlichen Eigenschaften nach Bauproduktenrichtlinie wird auf der Grundlage der Leistungserklärung in der CE-Kennzeichnung deklariert.

Bezogen auf die Abgabe gefährlicher Substanzen wird lt. Anhang ZA.1 der DIN EN 1304 auf ggf. vorhandene nationale Regeln hingewiesen. Da es in Deutschland für das Produkt Dachziegel keine entsprechenden Regeln gibt, gilt diese Anforderung als erfüllt.

Für die übrigen Anforderungen nach DIN EN 1304 sind folgende Prüfnormen anzuwenden:

  • DIN EN 539-2 Prüfung der Frostwiderstandsfähigkeit
  • DIN EN 539-1 Prüfung der Wasserundurchlässigkeit
  • DIN EN 538 Prüfung der Biegetragfähigkeit
  • DIN EN 1024 Bestimmung der geometrischen Kennwerte

 

Freiwillige Fremdüberwachung und permanente Eigenüberwachung

Für die Anwendung von Dach- und Formziegel in Deutschland wird zusätzlich zu den Anforderungen der DIN EN 1304 eine freiwillige Fremdüberwachung als Erst- und Regelüberwachung in Übereinstimmung mit Anhang A der DIN EN 1304 durch eine qualifizierte, unabhängige Überwachungsstelle (z.B. Güteschutz Ziegel e.V.) durchgeführt. Bei der Erstüberwachung werden durch die Überwachungsstelle mit der Erstinspektion des Werks und der werkseigenen Produktionskontrolle die Rohstoffe, Produktions- und Qualitätssicherungsprozesse bewertet sowie eine Probenahme für die externe Erstprüfung zur Bewertung der Leistung jedes Dachziegelformates mit zugehörigen Formziegeln für jeden Produktionsstandort mit spezifischer Rohstoffmischungen und spezifischem Produktionsprozessen durchgeführt.

Die Regelüberwachung beinhaltet mindestens einmal pro Jahr die Kontrolle der werkseigenen Produktionskontrolle des Herstellers sowie eine Probenahme für die externe Prüfung des Dachziegelformats zur Bewertung der Beständigkeit der Leistung mit den zugehörigen Formziegeln durch eine qualifizierte, unabhängige Überwachungsstelle.

Durch eine solche Zertifizierungsstelle erfolgt eine Bewertung der Kontrolle der werkseigenen Produktionskontrolle (z.B. durch ein WPK-Zertifikat) und das Ergebnis der externen Produktprüfung (z.B. durch „Original Dachziegel-Zertifikat“) sowie Vergleich mit den vom Hersteller deklarierten Leistungen.

Geometrische Eigenschaften gemäß DIN EN 1024
Anforderung Beschreibung Toleranz
Gleichmäßigkeit der Form

Ebenheit der Flachziegel, Falzziegel, Strangfalzziegel und Hohlpfannen für: 

 

 

 

Dachziegelgesamtlänge > 300 mm ≤ 1,5% 
Dachziegelgesamtlänge 300mm 2,0
Gleichförmigkeit der Querprofile von Mönch- und Nonnen-Dachziegel Messung der Ziegelbreite am engen und weiten Ende, Abweichungen zwischen kleinsten und größten gemeinsamen Werten am jeweiligen Ende  15mm
Geradlinigkeit

Falzziegel, Strangfalzziegel, Hohlpfannen, Mönch- und Nonnen-Dachziegel

Mittelwert der Geradlinigkeit in Längsrichtung 

 

 


 

 

Dachziegelgesamtlänge > 300 mm ≤ 1,5% 
Dachziegelgesamtlänge 300mm 2,0
Geradlinigkeit

Flachziegel (Biberschwanzzieggel)

 

 

 

Deklarierte Länge > 300 mm ≤ 1,5% 
Deklarierte Länge 300mm 2,0%
Abmessungstoleranz

alle Dachziegel (Ausnahme Mönch- und Nonnen-Dachziegel)

 

 

 

 

 

 

Mittelwert für Länge und Breite zulässige Abweichung bezogen auf Herstellerangabe 2,0%
mittleres Deckmaß zulässige Abweichung bezogen auf Herstellerangabe 2,0%
Variable Decklänge / Deckbreite zulässige Abweichung bezogen auf Herstellerangabe jeweils 2,0

 

 

Physikalische und mechanische Eigenschaften

Wasserundurchlässigkeit gemäß DIN EN 539-1
Anforderung Beschreibung Toleranz (cm³/cm²/Tag)
Anforderungsstufe 1    
Prüfverfahren 1

Mittelwert des Undurchlässigkeitsfaktors

0,5

Einzelwerte 0,6

Prüfverfahren 2

Mittelwert des Undurchlässigkeitsfaktors

0,8

Einzelwerte 0,85

 

Biegetragfähigkeit gemäß DIN EN 538
Produkt Anforderung [N]
Flachziegel (Biberschwanzziegel) 600
Falzziegel mit ebener Sichtfläche 900
Mönch- und Nonnen-Dachziegel 1.000
alle übrigen Dachziegel 1.200

 

Frostwiderstandsfähigkeit gemäß DIN EN 539-2
Prüfverfahren Anforderung
Prüfverfahren B für die Zone B (Deutschland, Österreich, Finnland, Island, Norwegen, Schweden und Schweiz) Prüfverfahren B für die Zone B (Deutschland, Österreich, Finnland, Island, Norwegen, Schweden und Schweiz)

Vorbehandlung

Wasserlagerung und Berieselung

einseitige Befeuchtung

Frostwiderstandsfähigkeit mind. 150 Frost-/Tau-Wechsel

 

Produktdatenblatt Dachziegel

Das Produktdatenblatt Dachziegel wird aktuell durch den Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks e. V. in Kooperation mit dem Bundesverband der Deutschen Ziegelindustrie e.V. überarbeitet und voraussichtlich zum Jahresende als Weißdruck veröffentlicht. Die derzeit gültige Fassung des Produktdatenblattes Dachziegel kann über diesen Link bezogen werden.

Das Produktdatenblatt ist für Dachziegel (Flächenziegel) und Formziegel (= Zubehörziegel, welche Dachziegeleindeckungen in Detailbereichen funktional ergänzen, z.B. Ortgang- oder Firstziegel) gültig. Es liefert zum einen ausführliche Informationen hinsichtlich der Begrifflichkeiten und der wesentlichen Unterscheidungsmerkmale, welche den Einsatzbereich festlegen und produktspezifischer, konstruktiver oder oberflächenspezifischer Natur sein können (siehe Tabelle 1). Zum anderen werden im Produktdatenblatt die wesentlichen Anforderungen gemäß der europäischen Produktnorm DIN EN 1304 „Dachziegel für überlappende Verlegung“ formuliert.

Weiterhin beinhaltet das Produktdatenblatt Vorgaben zur Kennzeichnung und zur Güteüberwachung bzw. Qualitätskontrolle des Produktes sowie zur Garantie und zum Recycling.

Anforderungen an das Dach

Seit Menschengedenken werden Gebäude als Schutz vor Witterung und anderen Umwelteinflüssen von und für Menschen errichtet. Dem Bauteil Dach kommt hierbei – als Grenzfläche nach oben – eine besondere Bedeutung zu, da ein defektes Dach unweigerlich weitere (meist gravierende) Schäden am und im Gebäude nach sich zieht. Folgende zentrale Anforderungen werden daher an das Dach gestellt:

  • Tragfähigkeit

Die Tragfähigkeit sowohl tragender (Einzel-)Bauteile als auch des gesamten Gebäudes ist unter ständigen sowie unter veränderlichen Lasten zu jeder Zeit sicherzustellen, um eine Gefahr für Leib und Leben ausschließen zu können (z.B. Überschreitung der maximal zulässigen Spannung zur Vermeidung des Bauteilversagens). Ständige Lasten sind Eigenlasten der Tragkonstruktion selbst bzw. der konstruktiven Aufbauten, während veränderliche Lasten aus Belastung durch Wind, Schnee oder Personenaufenthalt resultieren.

  • Gebrauchstauglichkeit

Die Anforderungen an die Gebrauchstauglichkeit müssen ebenfalls eingehalten werden, wobei es dabei eher um die Zufriedenheit in der Nutzungsphase geht (z.B. Begrenzung der Durchbiegung zur Vermeidung von Putzrissen).

  • Wärmeschutz im Winter

Die Dämmung der Dachkonstruktion bewirkt eine Verringerung des Heizwärmebedarfs, da die Wärme in der Winterperiode im Gebäude eingeschlossen wird. Die aktuelle Energieeinsparverordnung (EnEV 2016) enthält klare Vorgaben, welche energetischen Anforderungen für neu zu errichtende Gebäude bzw. – bei der Ausführung von Änderungen an Bauteilen der Gebäudehülle – für bestehende Gebäude einzuhalten sind. Aus diesen Vorgaben werden Anforderungen sowohl an die Gebäudehülle (U-Werte) als auch an die Anlagentechnik formuliert.

  • Wärmeschutz im Sommer

Der Nachweis des sommerlichen Wärmeschutzes ist zu führen, um die Überhitzungsstunden durch bauliche Maßnahmen zu reduzieren und damit den erforderlichen Kühlenergiebedarf in den Sommermonaten zu verringern bzw. ganz zu vermeiden.

  • Feuchteschutz

Zur Sicherstellung der Funktionsfähigkeit und Dauerhaftigkeit von Baukonstruktionen sowie zur Vermeidung eines hygienisch bedenklichen Raumklimas (Schimmelpilzwachstum) in Gebäuden sind ein ausreichender Schlagregen-, Feuchte- und Mindestwärmeschutz nach den maßgebenden Normen sowie der bauliche Holzschutz nachzuweisen. Grundsätzlich darf es weder zu Tauwasserbildung auf Bauteilinnenoberflächen noch zu unzulässigen Feuchteeinträgen ins Bauteilinnere kommen. Im ersten Fall ist eine erhöhte Gefahr für Schimmelpilzbildung gegeben, im zweiten Fall kann es zu Materialschäden und zu erhöhtem Wärmeverlust kommen.

  • Schallschutz

In Abhängigkeit des Standortes müssen die trennenden Außenbauteile raum- und damit nutzungsbezogen Anforderungen an den Schallschutz erfüllen, um den Menschen in seinen vier Wänden vor Lärmemissionen aus angrenzenden Bereichen zu schützen und damit seine Leistungsfähigkeit und sein Wohlbefinden zu steigern.

  • Brandschutz

Je nach Gebäudetyp müssen bauaufsichtliche Anforderungen für das geneigte Dach, z.B. Brennbarkeit von Materialien oder baukonstruktive Ausführung von Brandwänden, eingehalten und nachgewiesen werden.

Sanierung und Instandhaltung

Gebäude sind langlebige „Verbrauchsgüter“ und müssen daher im Hinblick auf ihren gesamten Lebenszyklus betrachtet und optimiert werden. Die (energetische) Sanierung und die Instandhaltung sind der Nutzungsphase im Lebenszyklus eines Gebäudes zuzuordnen und haben entscheidenden Einfluss auf die Qualität der Gebäudehülle und somit auf das Wohlbefinden der Gebäudenutzer. Die energetische Sanierung (Modernisierung) ist dabei als Instandsetzungsmaßnahme zu verstehen, die einmalig (meist nach Ablauf der technischen Nutzungsdauer eines Bauteils bzw. einer Bauteilschicht) durchgeführt wird. Dabei wird die energetische Performance des Bauteils verbessert. Instandhaltungsmaßnahmen hingegen werden in regelmäßigen Abständen durchgeführt und gewährleisten die qualitativ gleichbleibende Funktionsfähigkeit eines Bauteils.

Die Sanierung des in Deutschland vorhandenen Steildachbestands ist laut einer aktuellen Studie des FIW (Forschungsinstitut für Wärmeschutz e.V. München) ein wichtiger Schritt, um die klimapolitischen Ziele der Bundesregierung bis zum Jahr 2050 zu erreichen und kann einen nicht unerheblichen Betrag zur Reduktion von CO2-Emissionen im Gebäudesektor leisten. Die energetische Sanierung von geneigten Dächern ist nicht allein eine Frage des Wärmeschutzes, obwohl dieser Aspekt klima- und wirtschaftspolitisch stark im Fokus steht. Vielmehr ist die Entscheidung für oder gegen eine bestimmte Ausführungs-/ Sanierungsvariante ein Optimierungsprozess, in den neben zahlreichen bauphysikalischen Belangen auch statische Aspekte einbezogen werden müssen. Die FIW-Studie beinhaltet daher neben Empfehlungen für die baupraktische Ausführung von Sanierungsmaßnahmen an geneigten Dächern, Hinweise und Vorschläge für die konkrete Umsetzung von Standarddetails mit den jeweiligen Vor- und Nachteilen.

Zur Erhaltung von Dachdeckungen sind grundsätzlich Inspektionen und Wartungsmaßnahmen erforderlich. Diese liegen im Verantwortungsbereich des Eigentümers. Die rechtzeitige Durchführung dieser Maßnahmen setzt eine regelmäßige Überprüfung der Dachdeckung voraus. Dies ist im Rahmen einer Begehung und Besichtigung, möglichst eines Fachhandwerkers durchzuführen. Das Hauptziel der Inspektion und Wartung ist die Instandhaltung des Daches zur Vorbeugung von Risiken und Schadensanfälligkeiten.

Inspektion und Wartung eines Daches
Inspektion Wartung
Dachdeckung

-einzelnen beschädigten Deckwerkstoffen

- fehlenden Deckwerkstoffen

Dachentwässerung

- Reinigen von Rinnen und Fallrohren
An- und Abschlüsse

 

- Korrosionsschutz an Metallen

- Schadhafter Vermörtelung

- Losen Verunreinigungen

Dacheinbauteile, Dachsystemteile, Anlage zur Nutzung von Solarenergie

- Schadhaften Dacheinbauteilen

- Schadhaften Dachsystemteilen

- Anlagen zur Nutzung von Solarenergie 

Sicherheitseinrichtungen

- Blitzschutzeinrichtungen

- Tritte / Wege für Dachbegehungen

Windsogsicherung der Dachdeckung

-Schadhafte Befestigung der Dachdeckung 

 

HISTORISCHE ENTWICKLUNG

Seit über 4000 Jahren ist der Ziegel der Evergreen unter den Dachbaustoffen: Während in Ägypten die Pyramiden von Gizeh fertiggestellt wurden, etwa 2500 v. Chr., deckte man im griechischen Miloy die Dächer schon längst mit Ziegeln aus gebranntem Ton. Noch heute werden in Europa die meisten geneigten Dächer mit Dachziegeln eingedeckt.

Die Abbildung zeigt in verkürzter Form anhand von Querschnitten die Entwicklung des heutigen verfalzten Preßdachziegels aus seinen historischen Vorläufern: vom römischen Leistenziegel (Tegula und Imbrex) über Mönch-Nonne-Ziegel, Krempziegel und Hohlpfanne bis zum modernen Dachziegel. Im Gegensatz zum Biberschwanzziegel, der sich offensichtlich aus der Holzschindel oder Steinplattung (Solling, Schiefer etc.) entwickelte, ist all diesen Entwicklungsschritten die Überdeckung der Deckfuge mittels Rinnenziegel oder Krempe eigen. Aus einer einfachen oder mehrfachen Krempe und Leiste entsteht beim modernen Falzdachziegel die Idee der Verfalzung, die der Dachdeckung eine hervorragende Regensicherheit gibt.

Historische Entwicklung des Dachziegels

Dachziegelarchiv

Das Dachziegelarchiv soll Denkmalpflegern und allen in der Denkmalpflege tätigen Planern und Handwerkern eine verlässliche Quelle bei Fragen zu historischen Dachziegelmodellen und Herstellern sein. Klicken Sie hier für weitere Informationen über dieses Projekt hier.